Live Call #Kriegsenkel

Weißt du eigentlich, wie viel du arbeitest? - Es ist Zeit, innezuhalten und ein paar Tage die Rosen beim Blühen zu begleiten ... *1

Es ist Sommer und die Tage sind lang. Es ist Zeit, den Blick einmal von all dem abzuwenden, was erledigt, organisiert, geplant oder gelöst werden muss.

Es ist Zeit, uns einmal von dem abzuwenden, was wir Kriegsenkel:innen vor allem gelernt haben: leisten, funktionieren, Verantwortung übernehmen und immer alles im Blick behalten. Viele machen das bis heute so weiter und sind immer auf Abruf, immer bereit, noch etwas zu übernehmen und zu erledigen. 

Kennst du das auch? 

Fällt es dir auch schwer, einfach mal stillzusitzen, ohne dabei innerlich schon die nächste Aufgabe im Kopf zu haben? Oder meldet sich dann sofort diese vertraute Stimme, die sagt, dass noch etwas getan werden müsste?

In einem Gespräch in meiner Praxis stellte mir kürzlich jemand eine Frage, die mich zunächst überrascht hat:

„Ist Aufräumen eigentlich auch Arbeit?“

Viele, die früh gelernt haben zu funktionieren, zählen einen großen Teil ihrer täglichen Anstrengungen gar nicht als Arbeit. Sie organisieren und kümmern sich um andere, denken voraus und halten Beziehungen zusammen. Sie erledigen den Papierkram, sorgen für Ordnung und planen Termine. Sie begleiten Angehörige, hören zu, vermitteln, erinnern, beruhigen und gehen immer wieder in die Verantwortung - für alle und alles! 

Aber weil niemand dafür eine Rechnung schreibt oder einen Arbeitsvertrag unterschreibt, verschwindet diese Arbeit aus dem Blick. Sie wird zur Selbstverständlichkeit und damit unsichtbar. Oft sogar vor einem selbst!!!

Vielleicht ist der Sommer eine gute Gelegenheit, einmal genauer hinzuschauen und sich zu fragen:

Wie viel arbeite ich eigentlich wirklich? Nicht nur beruflich, sondern insgesamt.

Wie viel Energie fließt täglich in mein Kümmern, Organisieren, Mitdenken?

Und wie viel Raum bleibt für mich selbst? Für das, was nicht unbedingt sofort nützlich sein muss?

Wie viel Zeit bleibt für mich, für das, was einfach nur schön ist und nährend: 

Für die Rosen.

Ich verabschiede mich nun in eine kleine Sommerpause und wünsche dir Tage, in denen du nicht nur wahrnimmst, was du alles leistest, sondern auch, was dich nährt. Tage, in denen du vielleicht für einen Moment vergisst, funktionieren zu müssen und einfach da bist.

Ich freue mich darauf, dich nach dem Sommer im Kriegsenkel:innen LiveCall, am 12.08., wiederzusehen!  

Ich sage tausendmal DANKE für deine Treue!

Herzlich,

Ingrid

*¹ frei nach Rainer Maria Rilke: „... und sei den Rosen hundert Tage Freund.“

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